Hirndoping, Paperdoping & Hitler

Aber nicht nur der träge Geist ist Gegenstand von Optimierungsversuchen. Auch die Produkte der akademischen Tretmühle wollen und sollen optimal vermarktet werden. “Academic Search Engine Optimization” lautet hier das Stichwort. Und am Ende wirbt Hitler für die Bildung von Fahrgemeinschaften.

Neuro-Enhancement: Dem Geist auf die Sprünge helfen

Seit mindestens 4-5 Jahren wird immer wieder über die Möglichkeiten des Neuro-Enhancement diskutiert. Daß sich bestimmte Substanzen wie Ritalin, Amphetamine oder natürlich auch profanes Koffein auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken, ist unbestritten. Unklar ist freilich, welche (Neben-)folgen ein solchermaßen betriebenes Hirndoping hat und wie verbreitet es ist.

Eine aktuelle deutsche Studie, an der immerhin 2569 Studenten teilgenommen haben, liefert jetzt eine interessantes Ergebnis: 23,7% der männlichen Studenten und 17% der Studentinnen gaben im Fragebogen an, daß sie in den letzten Monaten zu leistungsfördernden Substanzen gegriffen haben. Leider bleibt die Studie die Antwort schuldig, wie regelmäßig das passiert.

Mehr dazu:

Lesetipp: Blogprojekt zum Thema Hirn-Doping

Ein wirklich empfehlenswertes Blogprojekt zum selben Thema findet man derzeit übrigens unter www.hirn-sturm.de. Blogautoren sind Wissenschaftsjournalismus-Studenten der Hochschule Darmstadt. Und es ist wirklich sehenswert, was dort zu sehen ist. Da gibt es kurze Infotexte zu bestimmten Medikamenten und ihrer Wirkungsweise, Interviews mit Experten und toll gemachte Erklärvideos. Zum Start empfehle ich einfach mal das Statement von Ranga Yogeshwar zum Thema und das Interview mit dem Technikphilosophen Alfred Nordmann:

  • Ranga Yogeshwar: hirn-sturm.de fördert einen wichtigen Diskurs
  • Interview mit Alfred Nordmann: „Die Scham des Menschen, nicht so gut zu sein wie eine Maschine“
  • Suchmaschinenoptimierung für Fachartikel

    Publikationen sind ja vielleicht die zentrale Währung im akademischen Betrieb.1 Publikationen sind die Referenzpunkte, auf die mit guten Gründen Bezug genommen wird, sie bereichern die individuelle Publikationsliste und erhöhen somit die Karrierechancen. Und sie sind natürlich auch Rechtfertigung und Arbeitsbeleg gegenüber Geldgebern für die jeweiligen Forschung. Umso erstaunlicher, daß verhältnismäßig wenig Aufwand betrieben wird, um seine Fachaufsätze optimal zu positionieren.

    Klar, mitentscheidend (für Prestige und Sichtbarkeit) ist zunächst die Zeitschrift, in der man den Aufsatz veröffentlicht. Aber damit ist es eigentlich nicht getan. Christian Reinboth zeigt, wie Veröffentlichungen auf Institutswebsites oder akademischen Social Networks plaziert werden können, um auffindbar zu sein. Ich kann mir gut vorstellen, daß das die Chance zitiert zu werden, deutlich steigern kann.

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